“Mal-à-dire” ist ein Buch, das eine ganze Welt umfasst. Ein Buch, das nicht nur die Forschungsarbeit der bildenden Künstlerin bündelt, sondern auch die rhizomatische Weite eines künstlerischen Schaffens und einer bis heute andauernden Praxis (wieder) vor Augen führt. Anne Mars gestaltet Bücher so, wie sie zeichnet: mit Korrekturen, die Spuren sind, die zur Kontemplation führen. “Mal-à-dire” sind Bücher, eine Art “Inkunabeln” – die Wiegen einer aktiven und kreativen Reflexion über Krankheit und das Unaussprechliche, über Leiden und Schweigen, über Zeichen, Sprachen und parasitäre Typografien, über Worte, die nicht ausgesprochen, aber gelesen werden können.
“Mal-à-dire” kartografiert die Vorstellungswelt der Künstlerin und erschließt ein Terrain, das sich dem Dialog zwischen bildender Kunst und Design, Typografie und Zeichnung, Installation und Performance öffnet. “Mal-à-dire” ist eine freie Form, die die ganze Bandbreite einer künstlerischen Praxis sichtbar macht, die kein Ende hat, die aber, einmal gedruckt, es ermöglicht, sie, wenn schon nicht zu erfassen, so doch zumindest zu durchstreifen.
R. Eyme